LOGISTIK HEUTE
(01.05.2011)
Licht ins Regal
Der Brillenhändler Apollo Optik hat sich in seinem neuen Distributionszentrum für eine innovative Variante der Pick-by-Light-Kommissionierung entschieden.
Die Auftragszusammenstellung ist einer der wichtigsten Prozessschritte in der Logistik, weil sie direkten Einfluss auf die Kundenzufriedenheit hat. Der Mensch ist bei dieser Aufgabe aufgrund seiner Flexibilität oft nicht zu ersetzen. Zur Leistungssteigerung gilt es dann, ihn mit technischen Hilfsmitteln bei seiner Tätigkeit zu unterstützen.
Eine Möglichkeit dazu ist seit Jahren die Pick-by-Light-Technologie. Dabei weisen Lichtanzeigen an den Regalfächern dem Kommissionier an, wo er die Auftragspositionen entnehmen muss. Pick-by-Light hat sich als sichere und schnelle Kommissioniertechnik erwiesen. Und liegt die Anzahl der mit Fachanzeigen auszustattenden Lagerfächer unter 1.000, ist die Amortisationszeit auch überschaubar.
Für große Lagerbereiche, wie im neuen Distributionszentrum des Brillenhändlers Apollo Optik Holding GmbH & Co. KG in Schwabach, wo aus rund 25.000 Fachbodenplätzen nach dem Prinzip Mann-zur-Ware kommissioniert wird, kam die Lichtsteuerung bislang kaum in Frage. Um Pick-by-Light auch für diesen Einsatzfall interessant zu machen, hat der Intralogistikanbieter SAFELOG GmbH mit Sitz in Kirchheim bei München nun das Prinzip umgekehrt und strahlt vom Kommissionierwagen aus auf die Lagerfächer. Es wird also nicht mehr jeder Lagerplatz, sondern nur noch der Kommissionierwagen ausgerüstet.
Apollo wollte in seinem neuen Distributionszentrum zur Filialbelieferung in Deutschland und Österreich die Kommissionierung auf Pick-by-Light umstellen und gleichzeitig ein neues Warehouse Management System (WMS) einführen. Um das Projekt zu entzerren, entschieden sich die Schwabacher dafür, zunächst die Kommissionierung umzustellen. Die neue Lagersoftware wird in einem zweiten Schritt erst noch ausgerollt.
Weniger laufen
„In der Kombination von neuer Lagersoftware mit der geänderten Kommissioniertechnik erhoffen wir uns auf dem Papier ein Einsparpotenzial von bis zu 30 Prozent bei den Kommissionierwegen“, erzählt Werner Böhm, der bei Apollo die Leitung der Zentrallogistik verantwortet. „Davon haben wir, alleine durch die Umstellung auf die neuen Kommissionierwägen schon 20 Prozent erreicht.“
Die Kommissionierung in Schwabach erfolgt zweistufig. Die erste Stufe bildet ein Fachbodenregallager mit neun Gassen und einer Länge vom etwa 40 m. Bisher wurden in dieser Stufe die Aufträge jeweils einer Filialgruppe gesammelt. In der zweiten Stufe werden die gesammelten Artikel auf die Filialen verteilt. Für die rund 850 Filialen kommt Apollo so auf etwa 15.000 bis 20.000 Picks pro Tag.
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